Der Geist des Tals stirbt nie - das Geheimnisvolle Weibliche. Shih wei hsüan p`in
Der Eintritt in das Geheimnisvolle Weibliche Wird genannt die Wurzel von Himmel und Erde
Endloser Fluss Unerschöpflicher Energie
(Lao Tsu, 6. Spruch)
"Shakti ist die Wurzel alles Bestehenden - aus Ihr sind die Universen entstanden; Sie erhält sie und am Ende der Zeiten werden sie wieder von Ihr aufgenommen"
(Tantratattva)
Sowohl "männliche" als auch "weibliche" Ursprungsenergie befinden sich in Mann und Frau. Die "männliche" Energie - Shiva, Purusha - ist reines, passives Bewusstsein, jenseits von Zeit und Raum, die weibliche Energie - Shakti, Prakriti - ist wählend und aktiv, gibt Raum und Gestalt. Shiva ist der Liebende, Shakti die Geliebte, die Natur ist das Kind, das aus dieser Verbindung dem Schoss der Göttlichen Mutter - Shakti - entspringt.
Shakti ist die Energie des Ursprungs, und die verschiedenen Yoga-Wege sind Möglichkeiten, sich wieder mit dieser Ursprungskraft zu verbinden -
"Die Übung des Yoga gibt ein entscheidendes Gefühl für Mass und Proportion. Auf unseren Körper bezogen, bedeutet dies, dass wir unser wichtigstes Instrument zu spielen und die grösste Resonanz und Harmonie daraus zu ziehen lernen."
(Yehudi Menuhin, in: Licht auf Yoga)
Das Wort Yoga bedeutet verbinden - im Hatha-Yoga zum Beispiel Atem, Körperbewusstsein und Achtsamkeit für den gegenwärtigen Augenblick.
HA heisst Sonne, THA bedeutet Mond. Durch das Üben stellt sich in unserem Körper die Harmonie von Sonne und Mond wieder her: Weiches (Yin) und Festes (Yang) kommen in Einklang. Denken und Fühlen verbinden sich durch Körperbewusstsein.
Körperlich-seelisches Wohlbefinden. Yoga richtet sich aus nach dem Gesundsein von Körper, Geist und Seele. In der Regel werden die Yogaübungen sehr langsam und mit Bedacht ausgeführt, man hält in verschiedenen Körperhaltungen inne, ist also mit Leib und Seele in den Übungen dabei, spürt, wie der Atem verschiedene Körperräume ausfüllt und die eine oder andere Drehung oder Dehnung der Wirbelsäule oder anderer Körperregionen unterstützt. Dadurch wächst die Achtsamkeit für den gegenwärtigen Augenblick, eine Lebenseinstellung, die oft auch in den Alltag hineinwächst - die die Freude unterstützt, über das was unser Leben ausmacht, anstatt vielleicht Träumen nachzuhängen, dieschon Vergangenheit sind.
In den verschiedenen Yogahaltungen wird die Wirbelsäule gestreckt, gewendet, gebeugt und gedreht, wodurch eine sehr wohltuende Wirkung auf die Nervenbahnen entsteht und eventuellen Abnutzungserscheinungen der Gelenke vorgebeugt wird. Die Organe werden mit Blut und Sauerstoff versorgt, Schlacken werden abtransportiert, und es entsteht wieder Raum für frische Lebenskraft. Yoga lehrt Geduld - Wasser, das die Felskanten rundwäscht, Strukturen verändert im Laufe der Zeit.
Unser(e) Energiekörper -im Yoga spricht man von mehreren Energiekörpern - sind mit einem Netz von Energieleitbahnen durchzogen - den Nadis, vergleichbar mit dem chinesisch-japanischen System der Meridane. Nadi heisst übersetzt Lebensstrom, Strom aus Licht. Nadis ähneln den Arterien und Nervenbahnen, sie sind aber keinesfalls mit diesen gleichzusetzen, da sie ja nicht Physis sind.
Die drei wichtigsten "Energiekanäle" verlaufen entlang der Wirbelsäule - Sushumna, Ida, Pingala. Sushumna ist in der Mitte der Wirbelsäule und Träger des OM, Ida ist in der linken Körperhälfte und strömt mit dem THA der silbernen Mondkraft, Pingala ist auf der rechten Seite mit HA - der heissen Sonnenkraft - verbunden.
Immer, wenn sich zwei dieser Nadis kreuzen, entsteht ein Energiewirbel, ein Chakra - Rad -, das sich mit einer bestimmten Geschwindigkeit dreht. Diese Chakras oder Kraftzentren stehen in enger Beziehung zum Nervensystem in seinen drei Bereichen, nämlich dem Gehirn- und Rückenmarkssystem, dem sympathischen und dem periphären System.
Die Chakras spiegeln verschiedene Bewusstseins- und Gefühlszustände. Sie sind Träger der Lebensenergie - Prana -, die eng mit dem Atem verbunden ist. Der Zustand der Chakras lässt sich durch verschiedene Techniken beeinflussen - z. B. durch den Atem im Yoga.
Durch bewusstes Atmen können wir die Lebenskraft in uns stärken und die Stille erkennen, die wir in uns haben.
Je bewusster der Atem, umso klarer hören wir die Stille in uns.
"Komm, Liebes, lass uns zu der Höhle gehen die weder Dach noch Wände hat: Lass uns sitzen auf den Kissen des Hier und Jetzt Lass uns sehen wie die Sterne sich entzünden und vergehen Lass uns den Quell der Stille schmecken - Und: Lassen wir eine Rose erblühen in den offenen Raum"